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Kreis­lauf­wirt­schaft

AUF EINEN BLICK

Welche Schlüsselfaktoren sind entscheidend, um Stoffkreisläufe zu schließen, und was sind Ihre Handlungsoptionen?

Hier finden Sie aktuelle Wissensbausteine und Hintergrundwissen zum Thema:

Wissens-Video

Wiederverwendung von Betonfertigteilen: Im Gespräch mit Prof. Patrick Teuffel

Wie sieht ein idealtypischer Kreislauf von Betonteilen aus? Wie können Rückbau und Wiederverwendung in der Praxis erfolgen? Prof. Patrick Teuffel […]

KURZ ERKLÄRT

Die wichtigsten Begriffe in der Rubrik „Kreislaufwirtschaft“ zum Nachlesen:

Ziel des zirkulären Gebäudedesigns ist es, Gebäude so zu entwerfen und zu bauen, dass Materialien und Ressourcen kontinuierlich in geschlossenen Stoffkreisläufen wiederverwendet werden können.

Cradle to Cradle (deutsche Übersetzung: „von Wiege zu Wiege“, sinngemäß „vom Ursprung zum Ursprung“) ist ein Ansatz, der nach der Vision von Prof. Michael Braungart und William McDonough auf eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft setzt und für alle Produkte gelten soll. In einem idealisierten, geschlossenen Rohstoffkreislauf nach dem Vorbild der Natur können alle Rohstoffe eines Produkts nach dem Nutzungszeitraum zu 100% im Kreislauf bleiben und ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden. Somit würde es Müll, wie er durch das bisherige „Take – make – waste“ -Modell entsteht, nicht mehr geben, sondern nur noch nutzbare Wertstoffe.

Die regionale Verfügbarkeit von Baustoffen spielt eine wichtige Rolle bei der Kreislaufwirtschaft, da sie die Idee fördert, dass Materialien vor Ort gewonnen, wiederverwendet und recycelt werden, und so durch kürzere Transportwege CO2 eingespart wird.

Recyclingfähige Materialien ermöglichen eine Wiederverwendung nach ihrem ersten Lebenszyklus und sind somit die Grundlage für eine ressourcenschonende, zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft. Zu unterscheiden ist dabei ein echtes Recycling, bei dem die Materialien in gleicher Qualität wiederverwendet werden, von einem Upcycling, bei dem durch die Aufbereitung die Qualität erhöht wird, und einem Downcycling, bei dem das Materialeinem qualitativ minderwertigeren Produkt aufbereitet wird.

Unbearbeitete Rohstoffe, die je nach Beschaffenheit, technischem Verfahren und Aufwand unterschiedlich oft als Sekundärrohstoff wiederaufbereitet werden können.

Auch Rezyklate oder Recyclingrohstoffe genannt; Rohstoff, der durch Aufarbeitung aus entsorgtem Material gewonnen wird und als Ausgangsstoffe für neue Produkte im Sinne der Kreislaufwirtschaft einer neuen Nutzung zugeführt wird.

Materialbörsen sind Plattformen, auf denen überschüssige oder wiederverwendbare Baustoffe gehandelt werden können, wodurch Ressourcen eingespart und CO2-Emissionen reduziert werden.

Materialdatenbanken dienen zur systematischen Erfassung von Bauteilen und Baumaterialien und könnten als Kataster Aufschluss über die Kreislauffähigkeit und den CO2-Fußabdruck von Gebäuden geben.

Der Begriff Nachhaltigkeit beschreibt den verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen, bezogen auf die drei Aspekte Ökonomie, Ökologie und Soziales. Bedürfnisse der Gegenwart sollen so befriedigt werden, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Daher ist die Wahl der Materialien und der Ressourcenverbrauch beim Bauen von entscheidender Bedeutung.